Geschichte des Bädertourismus im Unterengadin

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Die Geschichte des Bädertourismus im Unterengadin hat eine schon lange Tradition. Es wird vermutet, dass schon die Römer die Mineralquellen gefunden hatten. Doch darüber gibt es keinen Nachweis. Auch zogen sich die Römer recht schnell wieder aus dem Engadin zurück. Doch gerade die Umgebung von Scuol weist was die Mineralquellen angeht eine sehr lange Tradition auf. Und die Hotels im Engadin haben sich inzwischen darauf eingestellt mit ihrem Programm. Sie bieten den Touristen das ganze Jahr über sowohl Animation, wie auch die Möglichkeit Ski zu fahren und die Mineralquellen aufzusuchen. Die Quellen in der Umgebung von Scuol wurden im Jahre 1369 erstmals schriftlich erwähnt. Und die Bäderfahrten gehörten in der Schweiz schon im 15. Jahrhundert zu einem Freizeitrepertoire des bürgerlichen Standes.

Foto: Katharina Wieland Müller  / pixelio.de
Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de


Hauptsaison Frühjahr und Herbst

Die Hauptsaison in Scoul ist und war dabei der Herbst und das Frühjahr. Das sind heute die Reisezeiten, in denen die Aufenthalte in den Hotels nicht viel kosten. Denn man reist schließlich nicht in den beiden Hauptreisezeiten Sommer und Winter, wenn die Touristen entweder aufbrechen zum Wandern oder Ski fahren wollen in der Region. Dabei lieg die Haupttouristenwelt im Winter im Oberengadin , um Pontresina und St. Moritz. Und was St. Moritz heute – nämlich ein Tummelplatz der Reichen und Schönen – war früher eben Scoul. Heute ist es freilich nicht mehr so, dass Mütter während der Bäderfahrt Ausschau hielten nach einem Bräutigam für ihre Töchter. Dabei hatte Scoul auch häufig alleinreisende Ehemänner zu Gast früher, die auf der Suche nach einem Abenteuer waren.

Wirkung wissenschaftlich fundiert

Die Wirkung der Mineralquellen von Scoul ist im Übrigen schon recht früh wissenschaftlich belegt worden. Die Nennung der Mineralquellen durch renommierte Ärzte in Publikationen auf nationaler und internationaler Ebene brachte dem Kurort im Übrigen hohe Anerkennung. Scoul wurde bald zum berühmtesten Badekurort der Schweiz. Zwischen 1864 und 1915 erlebte der Kurort seine Blütezeit. Dies war bekanntlich auch die Zeit, als in Pontresina und der Umgebung im Oberengadin der Wintertourismus entstand. Was Pontresina bzw. St. Moritz dabei für das Oberengadin wurde, war damals Scoul für das Unterengadin – nämlich ein Ort, das für den Tourismus in der Schweiz zum Vorreiter wurde.